Kleinstaaterei mit viel Gefühl – Diskussion zum Bernauer WAV-Ausstieg gerät zum „Festival der Befindlichkeiten“

Wenn jemand seine Gefühle besonders weit nach außen trägt und leicht in Tränen ausbricht unterstellt ihm der Volksmund, er hätte „nah am Wasser gebaut“. Im Niederbarnim wiederum ist die Wasser- und Abwasserbewirtschaftung ein Thema, dass seit Jahren überwiegend von  Befindlichkeiten bestimmt wird. Schon beim Abgang Panketals waren sachliche Argumente gegenüber beleidigten Blicken in Richtung unliebsamer Kooperationspartner oft unterlegen.

Bernau will dieser „gefühlsduseligen Kleinstaaterei“ nun offensichtlich denn die Krone aufsetzen, denn die Pro-Argumente zum geplanten Ausstieg aus dem „WAV Panke-Finow“ strotzen nur so vor gekränkter Eitelkeit und dem eingeengten Blick „territorialer Scheuklappen“.
Ungeliebt, abgemolken, missverstanden – Die verwirrte Gefühlsebene des „großen Geldgebers“ reicht am Berliner Stadtrand offenkundig aus um regionalwirtschaftlich weitreichende Entscheidungen zu treffen und sich aus der Opferrolle in die Selbstständigkeit zu rechtfertigen.

Nicht alle wollen im „Zug der Emotionen mitfahren“. Die Fraktion der LINKEN bekundet geschlossene Ablehnung. „Bei aller Kritik“,  heißt es in einer Pressemitteilung,“(…)am WAV Panke-Finow (…), (…) zum Beispiel am Umgang mit den Altanschließerbeiträgen“halten wir einen Austritt aus dem kommunalen Zweckverband ohne Berücksichtigung aller wirtschaftlichen und sozialen Folgen für alle Verbandsmitglieder für unannehmbar.“

Der bündnisgrüne Stadtverordnete Klaus Labod hatte sich, zusammen mit seinem SVV-Kollegen Carsten Schmidt (ebenfalls Die LINKE) bereits kurz
zuvor sehr deutlich positioniert.
Schmidt und Labod wenden sich entschieden dagegen

„den WAV (…) und damit die Solidarität zwischen den noch im Verband verbliebenen Gemeinden  weiter aufzukündigen. Dieses Verhalten erscheint uns derzeit zutiefst unsozial und nicht sachlich begründet zu sein. Ein solcher Beschluss ist zudem unüberlegt, würde auf nicht gesicherter Tatsachengrundlage ergehen und erscheint vor allem emotional begründet. (…)Unterschiedliche Auffassungen im Bereich Wasser und Abwasser sind mit und in den Gemeinden zu diskutieren und durch die dazu berufene Verbandsversammlung zu entscheiden.“

Noch bleibt Zeit für den sachlichen Diskurs, denn nach Lage der Ding ist ein rechtskräftiges Ende der Bernauer Verbandsbeteiligung nicht  vor 2014 möglich. Ob es bis dahingelingt z.B. Adelheid Reimann die Liebe und Anerkennung zu geben die sie für die Beschäftigung mit kommunalen Versorgungsleistungen scheinbar benötigt bleibt abzuwarten.

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