Variante 1 ist klarer Favorit – Panketal bekommt wohl eine 3. Grundschule – Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer angedacht

Ein bisschen wirkte es so, als hätte sich Panketals Bürgermeister selbst einen „Maulkorb“ verabreicht, denn als die Verwaltung am letzten Donnerstag in „halböffentlicher Sitzung“ Informationen zur Entwicklung im örtlichen Grunschulbereich zum Besten gab sagte Rainer Fornell sehr wenig. Das Reden übernahm mehrheitlich Bauchef Stefan Kadatz, der sich redlich bemühte Aktivität und Optimismus zu verbreiten. Es hatte schon einen besonderen Charme, dass ausgerechnet die grundschultechnisch so lange untätige Verwaltung plötzlich zur Eile mahnte und in die Macher-Rolle schlüpfte. „Wir sind ein paar Jahre zu spät dran“, hielt es Kadatz zwischenzeitlich aber doch noch für nötig zu sagen.

Über das Inhaltliche im Detail, so die Botschaft an die Elternvertreter, würde man sich später noch verständigen können. Jetzt allerdings ginge es um eine rasche Variantenfestlegung. Geplant ist das bereits im Rahmen der Gemeindevertretersitzung am 17.12.2012.
Das ist einerseits mal wieder typisch P-tal, wo nach jahrelangem „Verwaltungsschnarchen“ unter flüchtigster Öffentlichkeitsbeteiligung (auch auf die hier beschriebenen Veranstaltung war quasi nur intern hingewiesen worden) für vollendete Tatsachen gesorgt wird.

Andererseits ist die Lösungsvariante 1 unter den etwa ein Dutzend Möglichkeiten dem Augenschein nach konkurrenzlos. Sie beinhaltet eine 3. kommunale Grundschule unter Nutzung des „Alten Krankenhauses“ an der Schönower Straße, die bisherige Zepernicker Grundschule wird 3-zügig geführt und auch in Schwanebeck bleiben die 2 Züge erhalten. Die gesamte Abwägungsmatrix findet ihr bei Bedarf hier.

Zu Frage der Finanzierung (wir sprechen immerhin von einem 2-stelligen Millionenbetrag) hatte Kämmerer Jens Hünger (neben der vergleichsweise immer noch sehr guten Kasselage Panketals) eine wesentliche Botschaft. Die Grund- und Gewerbesteuer der Gemeinde seien überdurchschnittlich niedrig und böten (sinngemäß wiedergegeben) ein entsprechendes Potential. An dieser Stelle kam auch wieder etwas Leben in den ungewohnt zurückhaltenen Bürgermeister, der ja bekanntlich nicht müde wird sich über seine leistungsfähige Bevölkerung zu freuen.

Neben den bereits genannten Protagonisten waren u.a. Hardy Schalitz (Staatliches Schulamt), Martina Kruschke (Leiterin Grundschule Zepernick), Manfred Reinicke (Leiter Oberschule Schwanebeck) und Jenny Käster (Leiterin Fachbereich II Gemeinde Panketal) und natürlich einige Lehrer, Hortner; Elternvertreter; sachkundige Einwohner und Ortsbeiräte zugegen.

Seitens der GemeindevertreterInnen (zu deren  Meinungsbildung das Ganze wohl überwiegend stattfand) waren (soweit meinerseits zu sehen) folgende Mandatsträger dabei:
Sigrid Harder, Prof. Jürgen Elsner, Christel Zillmann, Lothar Gierke (alle Die LINKE), Burkhard Thomaschewski, Axel Kruschinkski, Hubert Michel, Dr,. Hubert Hayek (alle SPD), Carola Wolschke, Dieter Schwertner (beide Bündnis Panketal), Heinz-Joachim Bona (Grüne), Hans-Joachim Bernhard, Peter Pick (beide CDU/FDP/Unabhängige), Dr. Sigrun Pilz, Dr. Karl-Heinz Fittkau (beide „Wir für Panketal“).

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3 Kommentare zu Variante 1 ist klarer Favorit – Panketal bekommt wohl eine 3. Grundschule – Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer angedacht

  1. Lehrerin Grundschule Zepernick sagt:

    Natürlich haben Sie mit der Feststellung Recht, dass die Verwaltung viel zu lange das Grundschulproblem ausgesessen hat. Aber ich hoffe doch sehr, dass dieser Fehler nicht Gegenstand jetziger Diskussionen wird – das weiß eh jeder! Wichtig finde ich, dass JETZT endlich richtig entschieden wird. Was auf der von Ihnen angesprochenen Versammlung überdeutlich wurde: Die wirklich Beteiligten wollen eine neue Grundschule. Und ich hoffe doch sehr, dass die Gemeindevertreter das unterstützen und nicht einige aus Profilierungs- oder parteipolitischen Gründen ihr eigenes Süppchen kochen wollen… – Man kann auch noch jahrelang über hundert andere Varianten diskutieren… Und: Ja, mir ist es egal, ob sich die Verwaltung als Macher sieht! Die Zeit drängt, lange genug haben wir uns von einem Jahr zum anderen mit Provisorien über Wasser gehalten.

  2. Stahlbaum sagt:

    @Lehrerin:
    Ich denke es ist möglich und notwendig in die Handlung zu kommen ohne das Zustandekommen der Situation und die entsprechenden Verantwortlichkeiten zu vergessen bzw. nicht zu benennen. Es gibt schließlich noch andere „Löcher“ in der sozialen Infrastruktur unserer Gemeinde die der Lösung harren und da soll es doch bitte nicht noch länger genauso zäh laufen wie im „Grundschulfall“. Nebenbei gemerkt hat solide Planung selten geschadet. Ich traue das der Fachverwaltung auch grundsätzlich zu und sehe die „Krankenhaus-Variante“ (passend zur „Heilung“ einer Situation/hihi) nach derzeitigem Kenntnisstand ebenfalls weit vorn und vermutlich zielführend. Sollte die Vorbereitung der Entscheidungsfindung (wie sich sich sicher erinnern, musste Herr Kadatz schon bei der Vorstellung der Varianten ständig kleine Fehler nachbessern) aber noch einen weiteren Monat benötigen sollte das im Vergleich zum fast 10-jährigen Entwicklungsstau tolerabel sein um ein gutes Ergebnis zu bekommen.

    Was mit in jedem Fall nicht in den Sinn käme wäre, jetzt Alle die noch Sachfragen haben in die Bremser- oder Profilierungsecke zu stellen.
    Zumindest die erste der genannten „Pappnasen“ lassen wir doch bitte bei Herrn Fornell.

    • Lehrerin Grundschule Zepernick sagt:

      … wenn‘ s nur ein Monat ist … und das Schuljahr 2014/15 Ziel bleibt …
      Sei’s wie es sei – Wir sind eh auf’s Meinung-Äußern, Abwarten und Suppe-Auslöffeln spezialisiert. … So ist das in der Demokratie! Und ich kann noch nicht mal die Zusammensetzung der Gemeindevertretung beeinflussen, weil ich in der Nachbargemeinde lebe 😉

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