Verkauf an Privat – Projekt der Naturschutzjugend Brandenburg in Gerswalde vor dem Aus

Die Naturwerkstatt der Brandenburgischen Naturschutzjugend auf dem Gelände der ehemaligen Schlossgärtnerei in Gerswalde (Uckermark)  steht nach derzeitgen Angaben spätestens im Jahr 2015 (so lange läuft der bisherige Pachtvertrag) vor dem Aus.

Wie in der vergangenen Woche bekannt wurde hat sich die „Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam“ für einen Verkauf des Geländes an Privat entschieden obgleich ihr u.a. auch ein über dem Verkehrswert liegendes Angebot der NAJU vorlag. Das wäre vermutlich das Ende eines sehr erfolgreichen Projektes der Umweltbildung das (nebenbei bemerkt) im Laufe der Jahre mit erheblichen Aufwendungen auch zu einer deutlichen Wertsteigerung des Geländes beigetragen haben dürfte.

Die Stiftung, deren Rat aus Mitarbeitern Brandenburger Ministerien und Staatskanzleien besteht, hat am 14.12.2012 im Rahmen einer Pressemitteilung verkündet, dass sie sich leider nicht in der Lage sähe „ die gesamte Liegenschaft einschließlich aller darauf befindlichen Gebäude angemessen instand zu setzen und zu sanieren.“Gleichzeitig“ wäre „die Stiftung verpflichtet ihr Vermögen zu erhalten.“

Man habe sich jetzt (heißt es sinngemäß) dazu entschlossen an eine Regisseurin und Drehbuchautorin zu verkaufen die auf dem Areal eine Film- und Gartenakademie mit Seminarhaus errichten will. Einer Fortführung der pädagogischen Arbeit und Verlängerung des NAJU-Pachtvertrages stünde  demnach Nichts im Wege.

Mh, wie habe ich das jetzt zu verstehen? Die Stiftung veräußert ein durch die NAJU wesentlich aufgewertetes Grundstück und die neue Besitzerin darf sich auf eine kostenfreie Gartenpflege durch das Bildungsprojekt freuen?

Nun ja, der NABU-Vorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch  bezeichnete die Sitftungsaussage in einer ersten Reaktion jedenfalls als „eine Verhöhnung der Arbeit der NAJU und eine Täuschung der Öffentlichkeit.“
Schmitz-Jersch sieht offensichtlich keine konzeptionellen Übereinstimmungen zwischen Käuferin und NAJU. Es sei eine Unverschämtheit, dass „das Gelände ist mit den ganzen Investitionen der Nabu privatisiert worden sei“.

Das allerletzte Wort in dieser Angelegenheit scheint aber noch nicht gesprochen. Am 10.01.2013 wird sich der Jugendausschuss des Landtages wohl noch einmal mit dem Thema befassen.

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