Die Exotik des Bürgerlichen – Jens Knoblich von der Piratenpartei und die Medien von außen betrachtet

Es sieht so aus als wären die Medien des Bunten & Wilden schon wieder überdrüssig. Ponaders Sockenproblem, was Frau Weisband der Boulevard-Presse erzählt oder wie viele nackte Hintern über den Parteitag wackeln? Es taucht schon noch als Schlagzeile auf, aber nicht mehr neugierig, zunehmend ohne Augenzwinkern und inzwischen fast entpolitisiert.

Andererseits ist es viel zu früh die Piratenpartei entgültig abzuschreiben, denn sie hat zwar Probleme, aber auch Energie und vor Allem eine aktive Basis. Und wenn die „Skandälchen-Allergie“ der Journalisten mal wieder Pickel schlägt gibt es immer noch den grundsoliden Jens Knoblich. Der Mann aus MOL ist u.a.Ortsversteher von Hohenstein und geht dieser Aufgabe offensichtlich gewissenhaft nach.

Was noch? Nun, Knoblich (schrieb die Berlliner Zeitung vor ein paar Tagen) trinkt Früchtetee, trägt eher schlichte Kleidung und hat eine Frau die beim Finanzamt arbeitet. Für sein Mandat in der Strausberger Stadtverordnetenversammlung ist  das Alles völlig unheblich aber für ein Piratenparteimitglied augenscheinlich immer noch exotisch genug um  im Detail Erwähnung zu finden.

Wir wollen Autor Sebastian  Höhn an dieser Stelle aber nicht ungerecht behandeln, denn er beschränkt, den „Mann vom Lande“ nicht nur auf seine Äußerlichkeiten sondern beleuchtet seinen Werdegang ebenso  wie seine Motive und Ziele. Man könnte fast sagen, der politische Tiefgang dieses einen Beitrags übertrifft locker das Gesamtwerk des Spiegels über Johannes Ponader.

Bleibt am Ende die schlichte Bilanz, dass auch eine Partei immer noch die Summe ihrer Teile ist und besten Falls von einer gemeinsamen Vision oder einer Art Grundkonsens zusammengehalten wird. Das geht mit Liebhabern ausgefallener  Frisuren im Normalfall ebenso gut wie mit der „Exotik des Bürgerlichen“. Man muss es nur wollen.

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