„Gesundheitsgefährdende Arbeits- und Lernbedingungen“: Zu den räumlichen Zuständen an der Zepernicker Grundschule

Vor einiger Zeit waren offensichtlich Vertreter des Staatlichen Schulamtes Eberswalde (incl. Betriebsarzt) zu Besuch in der Zepernicker Grundschule und haben sich ein Bild von der derzeitigen Situation vor Ort verschafft. Die Einschätzung liegt im Rathaus Panketal seit einer guten Woche vor und das Ergebnis sollte nicht nur dem Verwaltungschef in vielerlei Hinsicht heftigst zu denken geben.

Die dauerhafte Überbelegung der Schule und die damit einhergehenden Nutzung wechselnder „Außenstellen“ führt demnach zu einem erhöhten Zeitaufwand. „Selbst der Wechsel zwischen altem und neuen Schulgebäude“, meinen die sachkundigen Gäste, „lässt den Lehrkräften kaum noch die Möglichkeit der besonderen Fürsorge für besonders bedürftige Schüler, geschweige denn der eigenen Erholung. „Die Arbeits- und Lernbedingungen der Lehrkräfte und Schüler“, heißt es wörtlich, „sind nicht hinnehmbar und gesundheitsgefährdend. Eine effektive Bildungsarbeit ist beeinträchtigt“.

„Etwas befremdlich“ wird in diesem Zusammenhang auch eine Datei auf der Gemeindehomepage (…) „mit der Darstellung der bisherigen Schülerentwicklung, jedoch fehlender zukünftiger“ bewertet.
„Zumindest die nächsten fünf Jahrgänge“, ist zu lesen „sind aber schon geboren und daher in die Betrachtung mit einzubeziehen“.

„In Fürsorge für die zukünftige Arbeit an dieser Schule“, heißt es abschließend an die Adresse von Rainer Fornell, „bitten wir Sie mit ihrer Gemeindevertretung und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Schulleitung eine nachhaltige Lösung zu suchen und zu finden.“

Ob der Bürgermeister die Botschaft verstanden hat ist zweifelhaft, denn in seinem heutigen Antwortschreiben schickt er auf den ersten Seiten nicht viel mehr als sein inzwischen sattsam bekanntes Verständis für Statistiken und Entwicklungsprognosen nach Eberswalde. Ab Seite 3 sind dann auch mal die realexistierenden Probleme einer eher oberflächlichen Erwähnung wert:

An einen dritten Grundschulstandort (übrigens schon im letzten Jahr eine Empfehlung des Schulamtes) ist er aber unverändert nicht heranzubringen, da dieser (zusammengefasst) nicht wirtschaftlich und damit nicht nachhaltig sei. Solche Kraftanstrengungen, schreibt Fornell, „würden dazu führen dass an den beiden anderen Schulstandorten die Leistungsfähigkeit der Gemeinde für Investitionen zwangsläufig zurückgefahren werden müsste (…).“

Interessant ist hierbei, dass die Gemeinde Panketal selbst, im Januar 2013 ,eine Vorlage „Pro dritte Grundschule“ zur Beschlussreife führte (dann aber noch kurzfristig „abbog“), ohne dass die jetzt in Stellung gebrachten „Finanzkatastrophenszenarien“ eine ernsthafte Rolle gespielt hätten.

Nachhaltige Schulentwicklung ist in der Gedankenwelt Fornells natürlich der beschlossene Ergänzungsbau „welcher neun Klassenräume, ein Lehrerzimmer und eine 1-Feld Sorthalle beinhaltet“.
Was die Sporthalle angeht nimmt er offensichtlich Entwicklungen vorweg, denn zumindest die mir bekannte Beschlusslage  hat die „Sportkapazitäten“ vorerst nur als Prüfauftrag mit Möglichkeitsstaus im Gepäck.

Einen wirklichen Knaller hat der BM dann zum Ende hin noch mit seiner Bewertung der vielfach gerügten „Gebäudewechselfrage“ am Start. Er kann hierin nicht nur kein Problem erkennen sondern damit könne (Zitat) „sogar dem so oft beklagten Bewegungsmangel ein wenig entgegen gesteuert werden.“

Dieser Eintrag wurde in Barnim, Bildung veröffentlicht und verschlawortet mit , , , , , . Lesezeichenfür Lesezeichen.

4 Kommentare zu „Gesundheitsgefährdende Arbeits- und Lernbedingungen“: Zu den räumlichen Zuständen an der Zepernicker Grundschule

  1. r.luther sagt:

    Dies zeigt doch wie sehr sich Herr fornell um das wohl der zepernicker grundschueler sorgt…

  2. Ich vermute, dass Herr Fornell im Grunde nur seinen „Musterschülerhaushalt“ (schuldenfrei ist, nicht nur in Brandenburg, ja durchaus eine „Hausmarke“) verteidigen will und diesem Ziel alles Andere unterordnet. Der soziale Bereich (incl. Bildung/wenn´s nicht irgendwas besonders Elitäres ist) war meiner Beobachtung nach noch nie „sein Ding“.

    • Th. Wirth sagt:

      Lieber Herr Stahlbaum, der letzte Satz Ihres Kommentares ist doch etwas unter Ihrem Niveau. Wieviele Millionen Euro hat die Gemeinde unter der Egide des so verschmähten Bürgermeisters in Bildung gesteckt? Und zwar in so wenig eltäre Dinge wie Kitas, Grund – und Oberschulen, Sportstätten, Hortplätze etc.?
      Dabei fragt niemand, wie lange viele ältere Menschen auf den „rollatorgerechten“ Ausbau ihere Fußwege warten, gell? Stört uns jüngere ja (noch) nicht. Und wenn dann das Geld in bis dahin leerstehende Schulgebäude verbaut wurde, ist das (Ihr) Geschrei groß. Aber bis dahin vergeht ja noch Zeit, und die Wähler sind oft vergesslich …

  3. Pingback: Dritte Grundschule am 18. August 2013 im Bürgerentscheid – Niederbarnimer Bündnisgrüne gratulieren Panketaler Bürgerinitiative - Bündnis 90/Die Grünen – Kreisverband Barnim, Brandenburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.